Mattersburgerkreis - Entwicklungstagung
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Erste Österreichische Entwicklungstagung 2001 in Salzburg

Titel: "Die Zukunft der Zivilgesellschaft"
Wir vertreten die These, dass eine neue Form von Entwicklungszusammenarbeit notwendig ist, die aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und aus ihren Erfolgen Lehren zieht. In erster Linie darf es daher nicht darum gehen, Schein-Gegensätze aufzubauen, die schnell in viel zu simplen Wertungen enden: Es ist sinnlos zu fragen, ob die Zivilgesellschaft besser sei als der Staat, und genau so wenig ist es zielführend, Politisierung als das Gegenteil von Professionalität zu verstehen. Die Zukunft der EZA findet sich unserer Meinung nach in einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft, und nicht in der Konkurrenz.


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Im Oktober 2001 reisten 336 Personen nach Salzburg zur Ersten Österreichischen Entwicklungstagung und machten damit deutlich, dass Entwicklungspolitik auch in Österreich weiterhin ein relevantes Thema darstellt. Im Zentrum der Tagung standen drei Begriffe, um die herum sich Fragen, Debatten wie Antwortversuche drehten: Entwicklung, Zivilgesellschaft und Repolitisierung.

Gefragt wurde zunächst nach der Zivilgesellschaft und danach, welche Rolle diese in der Entwicklungspolitik spielen kann und soll. Aus einem Unbehagen mit der aktuellen Situation im Bereich der Entwicklungspolitik erwuchst die Erkenntnis, dass Repolitisierung ein Gebot der Stunde ist. In der Repolitisierung der Zivilgesellschaft sahen die KoordinatorInnen des Reflexionsvorganges die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit. Unter einer solchen Perspektive konnte auch der - ohnehin stark umkämpfte - Begriff "Entwicklung" einen neuen Gehalt bekommen.

Die online-Dokumentation wie auch die print-Dokumentation versuchen deshalb, den gesamten Vorgang wiederzuspiegeln, von Februar bis November 2001. Prozesse können freilich niemals in schriftlicher Form gefasst werden, denn sie leben von ihrer Dynamik und ihren Widersprüchen. Der einleitende Beitrag (nur in der print-Version) von Gerald Faschingeder versucht, diesem Manko etwas abzuhelfen, in dem er die Ausgangssituation des Reflexionsvorganges und die Grundfragen formuliert, um eine bessere Orientierung in den daran anschließenden Dokumentationsteilen zu ermöglichen.

Aus dem selben Grund war es uns ein Anliegen, bereits während des Reflexionsvorganges grundlegende Überlegungen über das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und die möglichen Funktionen des Wissens und des Lernens im entwicklungspolitischen Feld einzubringen. Das Journal für Entwicklungspolitik 2/2001 haben wir deshalb unserem Thema gewidmet: "Die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit - Überlegungen zur Repolitisierung der Zivilgesellschaft" lautete der Titel. Das Heft kann weiterhin über den Buchhandel bezogen werden.

Der Reflexionsvorgang legte sechs Stationen ein, an denen unter jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln und Schwerpunkten die Frage nach dem politischen Potential der Zivilgesellschaft gestellt wurde. Die Entwicklungstagung in Salzburg war die fünfte Station, der in diesem Buch aber der breiteste Raum gewidmet wird. Neben den Plenarvorträgen von Dom Demetrio Valentini, Klaus Meschkat und Eva Kreisky finden sich kurze Berichte von den insgesamt 15 Workshops.

Ein besonderes Anliegen war dem Mattersburger Kreis die Integration von JungforscherInnen in die Auseinandersetzungen. Aus diesem Grund wurde dem wissenschaftlichen Nachwuchs auf der Tagung ein eigenes Forum zur Verfügung gestellt. Die vier interessantesten Texte werden im Journal für Entwicklungspolitik 2/2002 veröffentlicht, der Beitrag von Bernhard Weidinger erschien bereits im den Stichproben 2/2001.

Mehr Infos über den Reflexionsprozess 2001 finden sich hier ...

Mehr Infos über die Erste Gesamtösterreichische Entwicklungstagung in Salzburg finden sich hier ...