

Die ein bis zweimal erscheinende jährlich Publikationsreihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, zu jeweils einem Thema LehrerInnen an allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen mit neuen Tendenzen einer sozialwissenschaftlich orientierten Geschichtsschreibung vertraut zu machen. Die knappe und anschauliche Form der Vermittlung ermöglicht eine rasche Information über zentrale und aktuelle Inhalte für die Fächer Geschichte und Sozialkunde.

Die einzelnen Bände der Buchreihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung (HSK/IE) gehen von aktuellen Fragestellungen aus und unternehmen in weiterer Folge den Versuch, diese sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Phänomene aus globaler Perspektive und interdisziplinär darzustellen und zu analysieren. Der Reihentitel deutet es an: Historische Traditionslinien und Brüche sollen ebenso prominent berücksichtigt werden wie globale Ungleichgewichte und ihre Auswirkungen.
Im Idealfall enthalten die Bände eine Kombination aus primär theoretisch orientierten Aufsätzen und konkreten Fallstudien (unter besonderer Berücksichtigung europäischer und außereuropäischer Peripherien).
Die Bücher wenden sich vor allem an ein studentisches Publikum, aber auch an einen darüber hinausreichenden Kreis von Interessierten (LehrerInnen, JournalistInnen etc.).
Editorial
Die geschichtlichen Wurzeln der mittlerweile etablierten Buchreihe reichen bis an den Anfang der siebziger Jahre zurück. Seit 1971 veröffentlicht der "Verein für Geschichte und Sozialkunde" (mit Sitz in Wien) die Zeitschrift "Beiträge zur historischen Sozialkunde". Diese Publikation verfolgt das Ziel, Lehrerinnen und Lehrern aus allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen neue Tendenzen einer sozial- und wirtschaftswissenschaftlich orientierten Geschichte zu vermitteln. Auf knappe und anschauliche Weise sollen Grundinformationen über zentrale und aktuelle Inhalte und Methodenprobleme des Unterrichtsfaches "Geschichte und Sozialkunde" vermittelt werden. Die mehrfach angeregte Gründung einer begleitenden Buchreihe konnte allerdings erst 1992 verwirklicht werden.
Dieses Vorhaben war von breiteren Zielsetzungen getragen als das Programm der Zeitschrift. Die Buchpublikationen wandten sich an einen wesentlich breiteren Kreis von Leserinnen und Lesern. Neben Lehrerinnen und Lehrern sollten auch Studierende sowie an gegenwärtigen relevanten Problemen interessierte Kreise angesprochen werden. Daher orientiert sich die mittlerweile 25 Bände umfassende Reihe auch an der Gestaltung von Readern, welche konzise Debatten aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen.
Häufig gaben interdisziplinäre Ringvorlesungen an der Universität Wien den Anstoß für die Herausgabe einzelner Bände. Dazu zählen u.a. "Bauern im Widerstand" (1992), "Nationalismus" (1994),"Industrialisierung" (1995), "Die beiden Amerikas" (1996) sowie der als Fortsetzung entwickelte Band "Die vielen Amerikas" (1999), "Staat und zivile Gesellschaft" (1996), "Ungeregelt und unterbezahlt" (1997), "Wie aus Bauern Arbeiter wurden" (1998) und vor allem die letzten Titel wie "Globalisierung und Peripherie" (1998) und "Von der Weltwirtschaftskrise zur Globalisierungskrise" (1999), die in einem engen inhaltlichen Zusammenhang standen.
Wie die nicht vollständig aufgelisteten Titel zeigen, wurden seit dem sechsten Band "außereuropäische" Themen bevorzugt in die Reihe aufgenommen. Ab Band 15 sollte der veränderten Schwerpunktsetzung auch im äußeren Erscheinungsbild durch eine Erweiterung des Reihentitels Ausdruck verliehen werden. Aus "Historische Sozialkunde" wurde "Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung". Die Konzeption der Reihe hat sich freilich nicht verändert. Weiterhin wird versucht, ein breiteres LeserInnenpublikum durch komprimierte, interdisziplinäre Überblicksdarstellungen zu aktuellen, gegenwartsbezogenen Themen anzusprechen.