JEP 3/1998
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Ausgabe 1998/3:
Offenes Heft


Inhaltsverzeichnis und Abstracts


JEP AUSGABE
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Schwerpunktredaktion: Franz Kolland


Inhalt

Franz Kolland
Editorial


Rita Schäfer
Gender und Migration im südlichen Afrika - das Fallbeispiel Zimbabwe
Abstract

Niurka Pérez Rojas/Dayma Echevarría León
Partizipation und Agrarproduktion in Kuba: die UBPC (Unidades Básicas de Producción Cooperativa)
Abstract

Andreas Auprich
Aspekte einer demokratiefördernden Entwicklungszusammenarbeit mit dem Nichtstaatssektor in Uganda und Mosambik
Abstract

Günther Schönleitner
Poverty and Inequality in Brazil: obstacles to economic development and democratic consolidation?
Abstract

Günter Spreitzhofer
Hilltribe-Trekking in Nordthailand
Ethnotourismus als Produkt synthetischer Authentizität?

Abstract

 

Abstracts


Rita Schäfer
GENDER UND MIGRATION IM SÜDLICHEN AFRIKA
das Fallbeispiel Zimbabwe

Die Komplexität im interdependenten Zusammenwirken von Gender und Migration wird besonders deutlich in Detailstudien. So zeigt sich im ländlichen Zimbabwe, wie der Wandel der Geschlechterbeziehungen eng verwoben ist mit den Veränderungen der Arbeitsteilung und Ressourcenkontrolle. Die Geschlechterbeziehungen sind jedocz keineswegs auf das Reagieren der Frauen auf die Wanderarbeit der Männder zu reduzieren. Vielmehr verdeutlichen die Entscheidungsprozesse und Prioritäten der Frauen, wie sie aktiv die gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Transformation der ländlichen Gesellschaft mitgestalten. Auf der Haushaltsebene konzentrieren sich die Entscheidungsprozesse und Macht konflikte über den Ressourcenzugang un die -kontrolle. Darum läßt sich in diesem Bereich besonders gut beobachten, wie Frauen die ländlichen Sozialbeziehungen neu definieren und mit innovativen Überlebensstrategien den Wandel der Agrarstruktur bestimmen. Ihre Interessen sind auch zentral für die Interdependenzen zwischen Land und Stadt. Die Wanderarbeit der Männer - und neuerdings auch die Abwanderung junger, gebildeter Frauen vom Land - erfordert es, Gender im Migrationskontext als Aushandeln von Interessen und Handlungsspielräumen zwischen Frauen und Männern, zwischen jungen und alten Männern sowie zwischen Frauen unterschiedlichen Alters und sozialen Status zu verstehen.

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Niurka Pérez Rojas/Dayma Eccevarría León
PARTIZIPATION UND AGRARPRODUKTION IN KUBA:
die UBPC (Unidades Básicas de Producción Cooperativa)

1993 wurden in Kuba die sogenannten "Unidades Básicas de Producción Cooperativa" (UBPC - Basiseinheiten der kooperativen Produktion) geschaffen, die die landwirtschaftliche Erzeugung dezentralisieren und den Arbeitern einen breiteren Rahmen und neue Formen der Partizipation einräumen sollte. Damit wurde einerseits auf die Krise der agrarischen Produktion reagiert, andererseits Schritte der Dezentralisierung früherer Jahre fortgeführt. Die Schaffung und Arbeit der UBPCs wird insgesamt positiv beurteilt, da sie die Möglichkeiten zur Beteiligung der Arbeiter vergrößerte und flexible Mechanismen schuf, um ihre aktive Mitarbeit zu verstärken. Allerdings stieß die Ausübung der Selbstverwaltung auf Schwierigkeiten, die daher rührten, daß die übermäßige Bevormundung durch die staatlichen Betriebe einen Hindernisfaktor darstellten. Darüber hinaus wurde mit den UBPCs das Prinzip der Bindung des Arbeiters an sein Arbeitsgebiet verstärkt.

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Andreas Auprich
ASPEKTE EINER DEMOKRATIEFÖRDERNDEN ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT MIT DEM NICHTSTAATSSEKTOR IN UGANDA UND MOSAMBIK

Das entwicklungspolitische Leitbild der Demokratieförderung setzt auf den Aufbau dauerhafter demokratischer Strukturen, die von der Basis her wachsen und mitgetragen werden müssen. In dem Artikel werden einige Problemlagen der Demokratieentwicklung in Uganda und Mosambik aufgezeigt, die sich an der Schnittstelle zwischen dem Staats- und dem Nichtstaatssektor kristallisieren. Die Förderung der Interaktion zwischen Staat und Volk, der Ausgleich des Spannungsverhältnisses zwischen Dezentralisierung und traditionellen Werten, vor allem aber der einheimische NGO-Sektor, verlangen nach personeller und insitutioneller Infrastrukturentwicklung. Neben der Einrichtung lokaler Verwaltungen in traditionellen Gesellschaften könnten Community-Based-Organizations bei der Vermittlung demokratischer Werte eine wichtige Rolle spielen.

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Günther Schönleitner
POVERTY AND INEQUALITY IN BRAZIL:
obstacles to economic development and democratic consolidation?

Dieser Artikel behandelt die Beziehungen zwischen Armut und sozialer Ungleichheit in Brasilien einerseits und der wirtschaftlichen Entwicklung und Demokratisierung andererseits. Es werden zunächst die Dimensionen der sozialen Gegensätze aufgezeigt und deren Determinanten herausgearbeitet bzw. in den Kontext der diversen ökonomischen Modelle in Brasiliens Wirtschaftsgeschichte gestellt. Weiters wird eine institutionelle Erklärung und Analyse der sozialen Ungleichheit bzw. der (selbst unter den derzeitigen demokratischen Bedingungen) unterbliebenen Umverteilung vorgeschlagen. Schließlich werden die negativen Auswirkungen von Armut und Ungleichheit auf Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung untersucht.

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Günter Spreitzhofer
HILLTRIBE-TREKKING IN NORDTHAILAND
Ethnotourismus als Produkt synthetischer Authentizität?

Der vorliegende Aufsatz versucht eine kritische Betrachtung der Spannungsfelder, mit denen die Bergstämme Thailands ('Hilltribes') im Zuge politisch propagierter Touristifizierung - als Imagekorrektur zum traditionellen Prostitutionstourismus - zunehmend konfrontiert sind. Nach einer definitorischen 'state-of-the-art' Diskussion liegt der Schwerpunkt auf der spezifischen Situation der nordthailändischen Hilltribes, die - prototypisch für aggressiven Drittwelt-Ethnotourismus - durch eine Interessenskollision von staatlicher Tourismuspolitik (Vermarktung ethnischer Minderheiten), boomendem westlichen Trekkingtourismus mit vorwiegend alternativtouristischem Gedankengut und Trekkingagenturen als Makler der Authentizität geprägt ist. Das Drogen-Image der 'Golden-Triangle'-Staaten (Laos, Myanmar, Thailand) erweist sich dabei als Reisemotiv wie Werbeträger gleichermaßen, was zunehmenden Massentourismus begünstigt und soziokulturellen Wandel wie die Hinterfragung traditioneller Sozialstrukturen entscheidend forcieren könnte.

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