JEP 3/2000
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Ausgabe 2000/3:
Micro-finance: missed opportunities in empowerment?


Inhaltsverzeichnis und Abstracts


JEP AUSGABE
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Schwerpunktredaktion: Irmi Hanak


Inhalt

Irmi Hanak
Editorial


Linda Mayoux
From Access to Empowerment: Widening the Debate on Gender and Sustainable Micro-Finance
Abstract

Marcellina M. Chijoriga
The Performance and Sustainability of Micro-Financing Institutions in Tanzania
Abstract

Irmi Hanak
"Working her Way Out of Poverty":
Micro-credit Programs' Undelivered Promises in Poverty Alleviation

Abstract

Reinhard H. Schmidt/Adalbert Winkler
Building Financial Institutions in Developing Countries
Abstract

 

Abstracts


Linda Mayoux
FROM ACCESS TO EMPOWERMENT:
Widening the Debate on Gender and Sustainable Micro-Finance

Die gegenwärtige wachsende Verbreitung von Kleinkreditprogrammen für Frauen ist vom Paradigma der ,,finanziellen Nachhaltigkeit" beherrscht, das in letzter Konsequenz auf Unabhängigkeit von der Finanzierung durch Geber abzielt. Untersuchungen aus Asien und Lateinamerika belegen, dass, obwohl ,,Empowerment"-Zielsetzungen in gewissem Ausmass in die ,,Best Practice" der finanziellen Nachhaltigkeit integriert werden können, dennoch auch schwerwiegende Spannungen vorhanden sind. Um den Beitrag der Kleinkreditprogramme zum Empowerment von Frauen zu intensivieren, ist es nötig, das Management der Programmen partizipativer zu gestalten, weiters ist die Vernetzung von Basisgruppen mit anderen Frauenorganisationen erforderlich. Das wiederum wird Veränderungen in den gegenwärtigen Prioritäten der Geber notwendig machen, sowohl im Bezug auf Kleinkreditprogramme selbst als auch im Hinblick auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Makroebene.

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Marcellina M. Chijoriga
THE PERFORMANCE AND SUSTAINABILITY OF MICRO-FINANCING INSTITUTIONS IN TANZANIA

In Anerkennung der dynamischen Rolle der Klein- und KleinstunternehmerInnen und vor der Notwendigkeit, Alternativen zum formalen Finanzsystem zu entwickeln wurden in den letzten Jahren über 50 Kleinkreditorganisationen in Tanzania gegründet. Diese Forschung evaluierte die Leistung und finanzielle Nachhaltigkeit eine Teil dieser Institutionen im Hinblick auf die institutionelle und organisationelle Stabilität, die Kundenreichweite und die operationelle und finanzielle Leistung. Insgesamt wurde die Leistung der Kleinkreditorganisationen für schwach befunden. Dazu gehören unklare definierte institutionelle Zielsetzungen, schwache Organisationsstrukturen, hochgradige Abhängigkeit von externer Finanzierung durch Geber oder Regierung, und niedrige Rückzahlungsraten. Während die Kundenreichweite ständig zunimmt und es bereits in ganz (Festland) Tanzania Zweigstellen gibt, beschränkt sich der Wirkungskreis von Kleinkreditprogrammen auf städtische Zentren.

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Irmi Hanak
"WORKING HER WAY OUT OF POVERTY"
Micro-credit Programs' Undelivered Promises in Poverty Alleviation

Kleinkreditprogramme bieten ihren Kunden Kredit, ohne Land oder Besitz als Sicherheit zu verlangen; sie widmen sich damit einer Zielgruppe, die vom formalen Banksektor vernachlässigt wird. Internationale Entwicklungsagenturen und Geber betrachten sie als wirksames Instrument für die Entwicklungsarbeit, besonders im Bereich der Armutsbekämpfung, zum ,,Empowerment" von Frauen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Anhand einer Forschung zu zwei Organisationen in Uganda stellt dieser Beitrag fest, dass Kleinkreitprogrammen den Erwartungen, die sie im Hinblick auf soziale Entwicklung schaffen, nicht gerecht werden. Unter den diskutierten problematischen Aspekten von Kleinkreditprogrammen findet sich der Ausschluss der Ärmsten, wachsende Arbeitsbelastungen für Frauen, sowie schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Kleinunternehmer/innen bzw. deren Mitarbeiter/innen.

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Reinhard M. Schmidt/Adalbert Winkler
BUILDING FINANCIAL INSTITUTIONS IN DEVELOPING COUNTRIES


Die Entwicklung eines Finanzsystems, das aus stabilen und leistungsfähigen Institutionen besteht, ist eine wichtige Determinante wirtschaftlichen Wachstums. Oft werden jedoch die Möglichkeiten und Probleme des Aufbaus von Finanzinstitutionen, die die Finanzierungssituation von Kleinst- und Kleinunternehmen in Entwicklungsländern verbessern sollen, von den internationalen und bilateralen Finanzinstitutionen bzw. Gebern gewaltig unterschätzt. Der Beitrag unterstreicht zunächst die Bedeutung von Finanzsystementwicklung für wirtschaftliches Wachstum, um dann die wichtigsten Elemente eines erfolgversprechenden ,,financial institution building" zu kennzeichnen: Kredittechnologie, Wahl des Projektansatzes und Gestaltung der Ablauforganisation/Unternehmenskontrolle (,,governance"). Abschließend werden drei Problemfelder diskutiert, mit denen der Aufbau zielgruppenorientierter Finanzinstitutionen immer wieder konfrontiert wird: Falsche Erwartungen auf Seiten der Geber und der Partnerinstitutionen hinsichtlich der Wirkungen des Ansatzes, die Vernachlässigung der Kontroll- und Eigentümerproblematik, sowie restriktive Vorschriften der Bankenregulierung. Sie erklären, warum es weltweit so wenige erfolgreiche Finanzinstitutionen gibt, die sich der Finanzierung von Kleinst- und Kleinunternehmen widmen.

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