JEP 4/2000
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Ausgabe 2000/4:
Eine neue Ordnung der Macht?


Inhaltsverzeichnis und Abstracts


JEP AUSGABE
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Schwerpunktredaktion: Karin Fischer


Inhalt

Karin Fischer
Editorial


Giovanni Arrighi
Der globale Markt
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Anfang und dem Ende des 20. Jahrhunderts

Abstract

Saskia Sassen
A New Cross-border Field for Public and Private Actors
De-Nationalized State Agendas and Privatised Norm-Making

Abstract

Peter Wahl
Aporien internationaler Regulierung der Globalisierung
Die WTO zwischen Global Governance und Krise

Abstract

Kristina Pirker
"Die Welt ein wenig in Ordnung bringen..."
Arbeitskampf und Klassenbewusstsein bei den Arbeitern der städtischen Müllabfuhr von Villahermosa (Tabasco, México)

Abstract

 

Abstracts


Giovanni Arrighi
DER GLOBALE MARKT
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Anfang und dem Ende des 20. Jahrhunderts

Dieser Artikel geht von der scheinbaren Ähnlichkeit der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedingungen, die sowohl den Beginn, als auch das Ende des 20. Jahrhunderts kennzeichnen, aus. In beiden Perioden scheint sich die Welt zu einem einzigen globalen Markt, in dem die Staaten untereinander intensiv um Kapital und Produktionsmöglichkeiten konkurrieren, zusammengeschlossen zu haben. Die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Perioden können jedoch nicht als ein Zeichen von Kontinuität gewertet werden. Nachdem der globale Markt als das Wirken unternehmerischer Kräfte unter der Führung des jeweils mächtigsten Staates der Welt definiert wird, folgt, dass analog zu einem Wechsel auf der weltweiten politischen, wirtschaftlichen und militärischen Führungsebene auch die Zerstörung und der Wiederaufbau des globalen Marktes auf neuem Fundament einher geht. Damit ist der jeweils bestehende globale Markt ein zeitlich begrenztes Konstrukt und durchläuft einen stetigen Transformationsprozess. Der Autor vergleicht die unterschiedlichen Bedingungen, die in den jeweiligen Epochen zum Zerfall des Weltmarktes geführt haben und diskutiert abschließend die Frage, inwieweit auch der heutige Weltmarkt durch die Hegemoniekrise der USA einem baldigen Zerfall ausgesetzt ist.

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Saskia Sassen
A NEW CROSS-BORDER FIELD FOR PUBLIC AND PRIVATE ACTORS
De-Nationalized State Agendas and Privatised Norm-Making

Die Nationalstaaten sehen sich heute einer neuen Geografie der Macht gegenüber. Dieser Prozess kann nicht vereinfachend als ein Machtverlust des Nationalstaates beschrieben werden. Die Bedeutung und Rolle des Staates transformieren sich im Rahmen neuer privater institutioneller Ordnungen, die mit der globalen Ökonomie verbunden sind. Zentrales Anliegen dieses Beitrages ist es zu zeigen, auf welche Weise der Staat bei der Steuerung globaler ökonomischer Prozesse, die wesentlich bestimmt sind durch Deregulierung, Privatisierung und den wachsenden Einfluss nichtstaatlicher Akteure, mitwirkt. Der Staat bleibt dabei als Garant für die Implementierung neuer politischer Regime wichtig. Herausgearbeitet wird, wie der Staat dazu beiträgt, die Macht und die Legitimität privatisierter und de-nationalisierter Autorität/Macht zu stärken. Das Ergebnis ist eine neue Ordnung der Macht, die die institutionelle Welt beeinflusst und verändert. Angelpunkt dabei ist die Möglichkeit zu privatisieren (was vormals öffentlich war) und zu de-nationalisieren, was vormals staatliche Kompetenz und Politikfelder waren. Diese Veränderung innerhalb der Staaten und die neu aufkommende privatisierte institutionelle Ordnung können die Bedingungen liberaler Demokratien und das internationale Rechtssystem untergraben.

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Peter Wahl
APORIEN INTERNATIONALER REGULIERUNG DER GLOBALISIERUNG
Die WTO zwischen Global Governance und Krise

Die WTO stellt einen neuen Typus internationaler Organisation dar, der sich durch eine hohe, völkerrechtliche Verbindlichkeit seiner Beschlüsse und durch ein Streitschlichtungsverfahren mit Sanktionsmöglichkeiten auszeichnet. Die Krise der WTO, die in Seattle ausbrach, ist struktureller Natur. Die Einbindung der WTO in die Asymmetrien und hegemonialen Machtstrukturen des internationalen Systems, die daraus resultierenden Interessensgegensätze zwischen den großen Handelsblöcken und ihre internen Demokratiedefizite machen sie jedoch als Element einer Global Governance-Struktur, die den Kriterien einer demokratischen, sozial gerechten und ökologisch tragfähigen Entwicklung entspricht, ungeeignet. Allerdings wirft auch eine grundlegend reformierte WTO Probleme globaler Demokratie auf, für die derzeit keine befriedigenden Lösungen in Sicht sind.

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Kristina Pirker
"DIE WELT EIN WENIG IN ORDNUNG BRINGEN ..."
Arbeitskampf und Klassenbewusstsein bei den Arbeitern der städtischen Müllabfuhr von Villahermosa (Tabasco, México)


Der Ausgangspunkt für den Artikel sind Überlegungen zum heutigen Verständnis von Klasse und Klassenbewusstsein, sowie die Frage, ob vom historischen Materialismus beeinflusste Forschungsansätze hilfreich sein können, die politischen Handlungsweisen eines Kollektives zu verstehen. Gegenstand der Untersuchung ist ein mexikanischer Arbeitskonflikt aus den Jahren 1995 bis 1997, als dreihundert Arbeiter der städtischen Müllabfuhr von Centro (Hauptstadt von Tabasco im Südosten Mexicos) bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne forderten. Die Auseinandersetzung mit dem staatlichen Gegner -der Stadtregierung, der bundesstaatlichen und der nationalen Regierung- bildete ein wichtiges Element ihrer Erfahrung, aus der sich ihr Bewusstsein konstituierte.

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