JEP 4/2002
www.mattersburgerkreis.at JEP GEP HSK Entwicklungstagung Kontakt

Ausgabe 2002/4:
Südostasien zu Beginn des 21. Jahrhunderts


Inhaltsverzeichnis und Abstracts


JEP AUSGABE
Newsletter abonnieren:

Schwerpunktredaktion: Günter Spreitzhofer


Inhalt

Günter Spreitzhofer
Editorial


Karl Husa, Helmut Wohlschlägl
Vom "Baby Boom zum "Grey Boom"?
Sozio-demographische Transformationsprozesse in Südostasien
Abstract

Martin Heintel
Manila: ein Lokalaugenschein
Abstract

Frauke Kraas
Aktuelle Wirtschaftsentwicklung und sozioökonomische Disparitäten in Kambodscha
Abstract

Günter Spreitzhofer
The Individualization of Southeast Asian Tourism:
Aspects of the new appreciation of low-budget backpacking as a tool for local development

Abstract

 

Abstracts


Karl Husa/Helmut Wohlschlägl
SOZIO-DEMOGRAPHISCHE TRANSFORMATIONSPROZESSE IN SÜDOSTASIEN

Wohl kaum eine Großregion der Welt erlebte in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten derart dynamische wirtschaftliche Veränderungen wie Südostasien. Ebenso dynamisch, allerdings in der Politik, in den Massenmedien aber auch in der Wissenschaft wesentlich weniger beachtet, verlief der demographische und soziale Wandel in den Staaten der Region, der einerseits als Voraussetzung für den Wirtschaftsaufschwung, andererseits aber auch als dessen Folge gesehen werden kann. Zu Südostasien zählen allerdings nicht nur Staaten, die - sieht man einmal von der "Asienkrise" und ihren Auswirkungen ab - zu den am raschesten wachsenden Wirtschaften der Welt gehören, sondern es beherbergt nach wie vor auch einige der ärmsten Staaten der Welt. Diese Unterschiede im Lebensstandard und in der sozialen Situation, die noch durch ethno-kulturelle Disparitäten und unterschiedliche bevölkerungspolitische Strategien und Programme der Länder unterstrichen werden, finden auch in unterschiedlichen sozialen und demographische Strukturen ihren Niederschlag: Nicht in allen Staaten der Region vollzog sich die "demographische Revolution" der letzten Jahrzehnte mit derselben Geschwindigkeit.
Zu den spektakulärsten demographischen Veränderungen in Südostasien zählen vor allem der dramatische Rückgang der Fertilität in den meisten Staaten der Region, die nicht minder beeindruckende Reduktion der Mortalitätsraten (vor allem jene der Säuglingssterblichkeit) und - damit verbunden - der markante Anstieg der Lebenserwartung. Wie schon bei den wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte sind auch die Transformationen im demographischen und sozialen Bereich für die Staaten der Region nicht ohne Folgen geblieben. Vor allem die sich rapide verändernde Altersstruktur und deren mögliche langfristige Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft sind heute bereits in einigen Staaten der Region zu höchst aktuellen Themen geworden., denen sowohl in der Politik als auch in den Massenmedien zunehmend Beachtung geschenkt wird. Obwohl es zweifellos auch in Südostasien längerfristig von Nöten sein wird, in der Infrastrukturplanung, der Gesundheitsvorsorge usw. stärkeres Augenmerk als bisher auf die wachsende Zahl älterer Menschen und ihre Bedürfnisse zu legen, erscheint allerdings das Überschwappen "westlicher demographischer Krisenrhetorik" auf Südostasien zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch wenig angemessen.

nach oben


Martin Heintel
MANILA: EIN LOKALAUGENSCHEIN

Die Mega-Agglomerationsräume Südostasien zählen zu den dynamischsten Wachstumsräumen weltweit. Wirtschaftliche Internationalisierung und nationale Konzentrationsprozesse gehen Hand in Hand und tragen im Großraum Manila zu dieser Entwicklung bei. Obwohl die Philippinen im südostasiatischen Gefüge eine Randposition im "globalen Wettbewerb" einnehmen, wirkt sich die zunehmende Internationalisierung in der National Capital Region (NCR) auf vielfältige Weise aus. Am Beispiel des gigantischen Großraums der NCR auf Luzon wird in diesem Beitrag versucht, den Zusammenhang von Stadtentwicklung, Migration und ländlicher Veränderung im Stadtumland auf den Philippinen aufzuzeigen. Globalität auf der einen und Lokalität auf der anderen Seite bilden das Spannungsfeld. Der Beitrag ist als "Lokalaugenschein" zu verstehen und soll einen Einblick in unterschiedliche Facetten der Stadtentwicklung jüngeren Datums gewähren.

nach oben


Frauke Kraas
AKTUELLE WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG UND SOZIOÖKONOMISCHE DISPARITÄTEN IN KAMBODSCHA

Die aktuelle Wirtschaftsentwicklung Kambodschas erfolgt im Spannungsfeld zwischen internationaler Entwicklungshilfe, ausländischen Direktinvestitionen im Zuge des südostasiatischen Wirtschaftsaufschwungs und nationalen Transformationsprozessen. Vor dem Hintergrund naturräumlicher, historischer und sozioökonomischer Hypotheken konzentriert sich die Wirtschaftspolitik auf die Förderung von Landwirtschaft und Fischerei, die Erschließung der Holz- und Wasserressourcen, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die exportorientierte Industrieentwicklung, den Ausbau des Tourismus und die Sicherung und Aquisition ausländischer Finanzhilfe und Investitionen. Zunehmende sozioökonomische Disparitäten zwischen Phnom Penh und den Entwicklungsperipherien gefährden die innenpolitische Stabilität Kambodschas, sind jedoch angesichts der Sicherung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums derzeit unvermeidlich.

nach oben


Günter Spreitzhofer
THE INDIVIDUALIZATION OF SOUTHEAST ASIAN TOURISM:
Aspects of the new appreciation of low-budget backpacking as a tool for local development

Individuelle Reiseformen, vielfach fälschlich als Alternativtourismus bezeichnet, sind heute aus dem Tourismusaufkommen der sogenannten Dritten Welt nicht mehr wegzudenken. Südostasien gilt als die Wiege des Rucksacktourismus und ist an touristischer Dynamik derzeit weltweit unüberbietbar. Ökonomische wie soziokulturelle Folgeerscheinungen dieser Art des Billigreisens wurden durchwegs negativ bewertet, bis dramatische Tourismusrückgänge - mitverursacht durch die asiatische Wirtschaftskrise der späten 90er Jahre - die Abhängigkeit von internationalen Reiseveranstaltern und intensivem Pauschaltourismus in Südostasien aufzeigte. Der vorliegende Beitrag versucht eine Analyse von historischen und aktuellen Entwicklungstendenzen des regionalen Reisemarktes und stellt das Konzept des vielkritisierten Rucksacktourismus als Möglichkeit vor, ökonomisch wie sozial nachhaltige Entwicklung für breite Bevölkerungsschichten anzukurbeln.

nach oben