Mattersburger Kreis
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Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten
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Österreich ist mit Einrichtungen, die sich der entwicklungsbezogenen Forschung widmen, nicht gerade überversorgt, ganz im Gegenteil. Nur zum Teil spiegelt dies die Situation der Rahmenbedingungen wider, die durch die Budgetpolitik der Republik der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit generell gesetzt werden, fällt doch die Forschungsförderung in die Zuständigkeit mehrerer Ressorts. Entwicklungsbezogene Forschung geht in Österreich nicht auf ein systematisches Konzept zurück, das von Seite der zuständigen Ressorts oder der Regierung dazu erstellt wurde, sondern beruht vor allem auf dem persönlichen Interesse und Engagement einer Reihe von inner- wie außeruniversitärer Personen und Institutionen.

In Österreich gab es bis vor kurzem keine Möglichkeit, ein einschlägiges Studium zu belegen, wie es in anderen Ländern als development studies angeboten wird. Damit ersparte man es sich auch, an einer Universität ein Institut für Internationale Entwicklung einzurichten, das auch Forschungsarbeit betreibt.

Bereits Ende der 1970er Jahre, in einer Zeit, als eine optimistische Entwicklungseuphorie eine Gründungsphase in der österreichischen EZA auslöste, schlossen sich eine Reihe von Studierenden und Lehrenden zusammen, um den Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten zu gründen. Die Namensgebung als Mattersburger Kreis erfolgte nach dem Ort der ersten Zusammenkünfte, der zweite Teil des Namens verweist auf den Anspruch, österreichweit zu wirken.

Ziel war es, ein Studium der Entwicklungsforschung in Österreich zu ermöglichen. Dies ist nur zum Teil gelungen. Stärker war sicherlich die Rolle, die der Mattersburger Kreis als Netzwerk einschlägig interessierter WissenschafterInnen spielte. Parallel zu den Bemühungen, ein Studium einzurichten, wurden Publikationsreihen gegründet, um Fragen der Entwicklung und Unterentwicklung einem breiteren Kreis Interessierter nahe zu bringen. Viermal jährlich erscheint des Journal für Entwicklungspolitik (kurz JEP) seit 1992 wird die Buchreiche " Historische Sozialkunde" (kurz HSK) herausgeben, und seit 2002 existiert die neue Buchreihe "Gesellschaft - Entwicklung - Politik" (kurz GEP).

Nach einer Phase der Tendenz zum Dämmerschlaf erwuchsen dem Mattersburger Kreis (gemeinsam mit der AGEZ - Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit) als Träger der Gesamtösterreichischen Entwicklungstagungen neue Aufgaben, die sich gut mit seinen neuen und erneuerten Publikationsreihen (das JEP, wechselte mit 2003 den Verlag und erscheint seither in verjüngtem Gewand) verknüpfen lassen. Seine Mitglieder beteiligen sich an der entwicklungspolitischen Lehre an der Universität Wien wie auch an anderen Hochschulen.