Freitag 19. Oktober 2018
Globale Konvergenzen & Divergenzen in der Bildungswelt
Gerald Faschingeder, Franz Kolland (Hg.)

Bildung und ungleiche Entwicklung. Globale Konvergenzen & Divergenzen in der Bildungswelt

Es war einmal eine Zeit, da galt Bildung als ein Mittel, den Menschen Selbstbestimmung, Befreiung von Herrschaft und die autonome Gestaltung des eigenen Lebens zu ermöglichen. Das mag wie im Märchen klingen - und vielleicht war die Idee der emanzipatorischen Bildung auch nur ein Märchen, die von der politischen und historischen Entwicklung sehr rasch eingeholt wurde, wo auch immer sie sich entfalten wollte.


Dieser Band entstand aus dem Bedürfnis der Herausgeber, der Frage nachzugehen, was aus der Idee der emanzipatorischen Bildung geworden ist. Die bildungspolitischen Diskussionen, ob auf nationaler, regionaler oder globaler Ebene, orientieren sich heute an ganz anderen normativen Vorgaben und sind vom Leitbild der Wettbewerbsfähigkeit dominiert. Hat dies zur Folge, dass die globale Entwicklung im Bildungsbereich zu einer allgemeinen Konvergenz führt? Welche Spielräume bestehen noch für Alternativen und eigenständige Bildungswege? Emanzipation müsste naturgemäß zu Divergenz führen, da sie der Vielfalt menschlicher Existenzweise mehr Platz lässt.


Dieses Buch möchte der Geschichtsvergessenheit der globalen Bildungsdebatte etwas entgegenhalten und damit einen Beitrag zur Politisierung dieses Diskursfeldes, auch in Wissenschaft und Lehre, leisten.

 

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Inhalt

 

Gerald FASCHINGEDER – Franz KOLLAND
Was geschah mit der Idee der emanzipatorischen Bildung? Eine Einleitung

 

Daniel KÜNZLER
Kontinuität, Konvergenz oder Divergenz? Veränderungen und Beständigkeiten in der globalen Bildungsdiskussion

 

Margarita LANGTHALER
Die Konjunkturen der Bildungszusammenarbeit Ein Liebkind der internationalen EZA?

 

Xavier BONAL
Armut trotz Bildung zur zweifelhaften Rolle der Ökonomie in der Bildungspolitik

 

Vera BRANDNER – Paul WINTER – Ulli VILSMAIER
Auf der Suche nach Räumen generativer Bildung

 

Katrin AITERWEGMAIR
Bildung in Bewegung(en) im sozialistischen Kuba Von der Bildungsrevolution, ihren ideologischen Fundamenten und aktuellen Kontinuitäten

 

Thomas MUHR
Gegenhegemonie und Süd-Süd-Kooperation in Bildung und Entwicklung Die ¡Yo, Sí Puedo!- Alphabetisierungsmethode

 

Roman LANGER
Wirtschaftspolitische Wurzeln und Motivationen des Bologna-Prozesses

 

Gerald FASCHINGEDER
Die Geburt der Bildung aus den Religionen z ur ambivalenten Wirkung von religiös motivierter Bildung auf Entwicklungsprozesse

 

Margarita SCHIEMER – Michelle PROYER
Bildung für Kinder mit Behinderungen Kritik an einem universalen Konzept der Inklusion am Beispiel Thailands und Äthiopiens

 

Gülay ATES – Christoph REINPRECHT
Migration als Bildungsprozess

 

Robert M. BICHLER – Kurt LUGER
Lernen virtuell Ermöglicht das Internet den Massenkonsum von Bildung? Zur Problematik von E-Learning und dem internationalen Bildungshandel

 

Erich RIBOLITS
Mythos Bildung Wieso Bildung nie halten kann, was sie verspricht z ur erstaunlichen Konjunktur des Bildungsbegriffes und zu seinem grundsätzlich guten Ruf auch in der Entwicklung

 

 

HerausgeberInnen

Gerald FASCHINGEDER studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Germanistik an der Universität Wien und arbeitet derzeit als Direktor des Paula Freire Zentrums für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und dialogische Bildung. Lehrbeauftragter am Institut Internationale Entwicklung der Universität Wien. Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden die Themen Kultur, Religion und Bildung im Hinblick auf internationale Entwicklung.

Franz KOLLAND
, Soziologe, ist außerordentlicher Professor für Soziologie an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Sozialaerontologie (Altenbildung, Kultur des Alters, Lebensstile, Nutzung neuer Technologien), Bildungssoziologie (Studienverhalten und Studienverläufe) sowie Soziologie der Entwicklungsländer (Tourismus).

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