Montag 27. Februar 2017

Über uns

 

 

 

Der Mattersburger Kreis, gegründet 1981, versteht sich als Dachverband der entwicklungspolitischen Forschung und Lehre an den österreichischen Hochschulen. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Mittlerposition zwischen Wissenschaft, Forschung und universitärer Lehre und dem Bereich der entwicklungspolitischen Praxis einzunehmen. Seine Aktivitäten tragen zur besseren Vernetzung, einer Intensivierung des Wissenstransfers, zu einer lebendigen Debattenkultur sowie in weiterer Folge zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis bei.

 

Dies sind auch die Ziele des Paulo Freire Zentrums, das seit Anfang 2015 wieder im Mattersburger Kreis angesiedelt ist. Als "volksbildnerischer Arm" des Mattersburger Kreises betreibt es eine von Paulo Freire inspirierte entwicklungspolitische Bildungsarbeit, die Weltprobleme im Zusammenhang mit Vor-Ort-Problemen reflektiert und bearbeitet. Als wissenschaftsbasierte Einrichtung bietet das Freire Zentrum interessierten und (selbst-)kritischen Menschen Raum für die notwendige kritische Reflexion ihrer Arbeit an. Kern der Befassungen ist immer wieder im Sinne Freires die Frage nach Bildung und Politik, damit nach Ungleichheiten und Entwicklung, Konflikten und Ein- und Ausschlussmechanismen. Dies wird insbesondere an unserer gemeinsamen Veranstaltung, der Österreichischen Entwicklungstagung deutlich, die seit 2001 alle 2-3 Jahre veranstaltet wird.

 

Bereits Ende der 1970er Jahre, in einer Zeit, als eine optimistische Entwicklungseuphorie eine Gründungsphase in der österreichischen EZA auslöste, schlossen sich eine Reihe von Studierenden und Lehrenden zusammen, um den Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten zu gründen. Die Namensgebung als Mattersburger Kreis erfolgte nach dem Ort der ersten Zusammenkünfte, der zweite Teil des Namens verweist auf den Anspruch, österreichweit zu wirken. Ziel war es, ein Studium der Entwicklungsforschung in Österreich zu ermöglichen. Dies ist über lange Jahre teilweise gelungen und mündete schließlich 2010 in der Einrichtung des Instituts für Internationale Entwicklung an der Universität Wien. Die Rolle, die der Mattersburger Kreis als Netzwerk einschlägig interessierter WissenschafterInnen spielte war dabei eine sehr zentrale. Parallel zu den Bemühungen, ein Studium einzurichten, wurden Publikationsreihen gegründet, um Fragen der Entwicklung und Unterentwicklung einem breiteren Kreis Interessierter nahe zu bringen.

 

Unsere Tätigkeitsfelder sind die aktuellen relevanten Themen der Internationalen Entwicklung. Dies reicht von Fragen nach der Rolle von Entwicklungsakteuren wie Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft, über zentrale Kategorien wie Politik, Bildung, Kultur oder Ökonomie bis zu konkreten Querschnittsthemen der Entwicklungsdebatte wie Menschenrechte, Gender, Wasser oder Rohstoffe.

 

Wissen und Bildung befähigen zu handeln und mit einem nachhaltigen Blick auf die Welt zu schauen. Dies verändert und verbessert Praxis. Der Mattersburger Kreis ist ein Verein, dessen Mitglieder an unterschiedlichen Universitäten in und außerhalb Österreichs tätig sind und eine Idee gemeinsam haben: Es muss mehr wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Internationalen Entwicklung an den Unis in Österreich geben! Ausgehend von Entwicklungsforschung möchten wir Lernräume schaffen, in denen über zentrale Probleme und Handlungsoptionen der internationalen Entwicklung gemeinsam nachgedacht wird.

Die weltweite Ungleichheit, der Klimawandel, Migrationsströme wie auch die Entwicklungszusammenarbeit sind komplexe Fragen, die Entwicklungsforschung herausfordern. Zum einen können diese Fragen nicht mit den Methoden und Zugängen einer Wissenschaft alleine bearbeitet werden. Der Mattersburger Kreis praktiziert daher, ausgehend von kritischen Sozialwissenschaften, Interdisziplinarität als Form der engen und verschränkten Zusammenarbeit zwischen Angehörigen verschiedener Disziplinen. Darüber hinaus ist es das Ziel der Forschungsarbeit im Mattersburger Kreis, über die Grenzen der relevanten wissenschaftlichen Disziplinen hinaus transdisziplinär spezifische Herangehensweisen und theoretische Konzepte der Entwicklungsforschung zu finden. Forschung und Lehre sind auf gesellschaftlich besonders wichtige Probleme ausgerichtet; der ständige Dialog mit AkteurInnen im politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Raum ist dafür Voraussetzung und Rahmen.

 

Zum anderen ist Entwicklungsforschung gefordert, sich inhaltlich und politisch zu positionieren. Der Mattersburger Kreis sieht sich als kritische Instanz in der Beschreibung von Zielen und Strategien globaler AkteurInnen der Weltentwicklung. Wissenschaftliches Wissen soll jenen zur Verfügung gestellt werden, die sich gegen Entfremdung und Kommodifizierung öffentlicher Güter und für eine gerechtere Gesellschaft engagieren.

Kontakt
Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
an den österreichischen Universitäten
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