Samstag 21. Oktober 2017
30. Oktober 2017, 19:00-21:00 - ÖGB Fachbuchhandlung, Rathausstraße 21, 1010 Wien

Sozialismen in Entwicklung: Marx und der Globale Süden

 

Sozialistische Theorien von „Entwicklung“ und die Versuche ihrer praktischen Realisierung waren historisch äußerst wirkmächtig, nicht nur im globalen Norden, sondern auch im globalen Süden. Zahlreiche Länder in Asien, Lateinamerika und Afrika versuchten, sozialistische Modelle an regionalspezifische Bedingungen und dynamische Machtverhältnisse auf globaler Ebene anzupassen. Das brachte eine Vielzahl verschiedener Sozialismen hervor, von denen sich manche auf Marx beriefen, andere jedoch explizit vom Marxismus und insbesondere dem Marxismus-Leninismus abgrenzten. Zwischen den verschiedenen Sozialismen in Ost und Süd lassen sich daher nicht nur Transfers und Kooperationen, sondern auch Konkurrenzbeziehungen feststellen. Wieso war Sozialismus für viele Regierungen im globalen Süden ein attraktives Modell – und welche Akteure im globalen Süden greifen heute auf Marx zurück? Was leisten marxistische Theorien, die bisweilen als veraltet und eurozentristisch kritisiert werden, zum Verständnis aktueller Umwälzungsprozesse?

Montags, 16:45-18:15 - HS B, Campus Uni Wien

Landgrabbing – Landnahmen in historischer und globaler Perspektive (Öffentliche Ringvorlesung)

Die Ringvorlesung am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien beleuchtet die ungleichen Auswirkungen von Landnahmen und veranschaulicht Widerstandsformen und -strategien zum aktuellen 'Landgrabbing'. Landnahmen werden dabei in unterschiedlichen historischen, geographischen und politischen Kontexten, so etwa in Bezug auf koloniale Eroberung, vor dem Hintergrund totalitärer Regime und im Zuge von Landreformen diskutiert.

Die gegenwärtige Form von Landgrabbing durch private und staatliche Investoren nimmt eine zentrale Rolle ein und wird anhand von Beispielen im globalen Süden diskutiert. Dass Landnahmen jedoch nicht ausschließlich auf nationaler Ebene stattfinden, sondern auch in lokalen und familiären Kontexten, wird in der Lehrveranstaltung ebenfalls einen zentralen Stellenwert einnehmen. 'Landgrabbing' wird daher sowohl in seiner aktuellen Ausprägung als auch in historischer Perspektive beleuchtet, Kontinuitäten und globale Machtungleichheiten in Bezug auf Landnahmen werden sichtbar gemacht und mit Bezug zu konkreten Fallbeispielen und Themenfeldern der internationalen Entwicklung diskutiert.

17. November 2017 - Universität Graz

Call for Proposals: ZeitRaum - In[ter]ventions

Als Vorprogramm der Entwicklungstagung 2017 findet ein von Studierenden organisierter "ZeitRaum" statt, der die Möglichkeit zur Präsentation eigener Arbeiten/Ideen/Projekte im Themenfeld "sozial-ökologische Transformation" bietet.

 

 

 

17. bis 19. November 2017 - Universität Graz

7. Österreichische Entwicklungstagung: Sozial-ökologische Transformationen jetzt!

Die Welt verändert sich – ökologisch, ökonomisch, politisch, kulturell und sozial. Transformationen bedrohen, können aber auch als Chance zur produktiven Gestaltung sozial-ökologischer Verhältnisse gesehen werden.

Der Krisendiskurs tritt heute im Plural auf und wird zur umfassenden Deutung der aktuellen Zeit. Neben der Klimakrise und Wirtschaftskrise sind wir mit Demokratiekrise und einer Krise der Arbeitswelt konfrontiert. Doch das Wirtschaftssystem läuft weiter - die Rede von der Krise ist der kapitalistischen Produktionsweise ohnehin eingeschrieben und dient auch der Legitimation bestimmter politischer Praktiken. Von einem großen, produktiv gestalteten Systemwandel ist bislang wenig zu erkennen.

Als Ausweg aus der Klimakrise ist der Umstieg vom kohlestoffbasierten zu einem solaren Energiesystem bereits vielfach beschrieben worden. Kann eine solche Umstellung auf nachhaltige Produktions- und Konsumweisen aber auch sozial gerecht erfolgen oder wird sie bestehende Verwerfungen noch verstärken? Schafft ein kohlenstoffarmer, ökologisch nachhaltiger und klimafreundlicher Weg auch genügend sinnstiftende und menschenwürdige Arbeit für ein gutes Leben für alle? Was bedeutet dies für Gender-Verhältnisse? Wie kann eine solche neue große Transformation gelingen?

Nach Abschluss der Verhandlungen rund um die SDGs ("Agenda 2030") und die Klimaziele gilt es, in die Zukunft zu blicken und zu diskutieren, ob und wie die neuen globalen Entwicklungsziele Realität werden können und wie mit den konzeptionellen Lücken, die solche globale Vereinbarungen immer aufweisen, umgegangen werden kann.

 

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