Sonntag 25. Juni 2017
Hintergrund der Publikationsreihe

Historische Sozialkunde / Internationale Entwicklung

Die ein bis zweimal jährlich erscheinende Publikationsreihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, zu jeweils einem Thema LehrerInnen an allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen mit neuen Tendenzen einer sozialwissenschaftlich orientierten Geschichtsschreibung vertraut zu machen. Die knappe und anschauliche Form der Vermittlung ermöglicht eine rasche Information über zentrale und aktuelle Inhalte für die Fächer Geschichte und Sozialkunde.

 

Die einzelnen Bände der Buchreihe Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung (HSK/IE) gehen von aktuellen Fragestellungen aus und unternehmen in weiterer Folge den Versuch, diese sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Phänomene aus globaler Perspektive und interdisziplinär darzustellen und zu analysieren. Der Reihentitel deutet es an: Historische Traditionslinien und Brüche sollen ebenso prominent berücksichtigt werden wie globale Ungleichgewichte und ihre Auswirkungen.

 

Im Idealfall enthalten die Bände eine Kombination aus primär theoretisch orientierten Aufsätzen und konkreten Fallstudien (unter besonderer Berücksichtigung europäischer und außereuropäischer Peripherien). Die Bücher wenden sich vor allem an ein studentisches Publikum, aber auch an einen darüber hinausreichenden Kreis von Interessierten (LehrerInnen, JournalistInnen etc.).  

 

 

Bauxitabbau in Sangaredi (Guinea)
Karin Fischer, Johannes Jäger, Lukas Schmidt (Hg.)

Rohstoffe und Entwicklung. Aktuelle Auseinandersetzungen im historischen Kontext

Rohstoffe sind knapp und umkämpft. Ihre Verfügbarkeit prägt Entwicklungsprozesse und Lebensweisen in Nord und Süd. Ihr Preis ist heftigen Schwankungen unterworfen. In den letzten Jahren erlebten wir einen ausgeprägten Boom vieler Rohstoffe auf den eine tiefe Krise folgte. 

Der vorliegende Band zeigt wirtschaftliche, politische und ökologische Zusammenhänge von Rohstoffausbeutung und -verbrauch auf und stellt diese in einen global-historischen Kontext. AutorInnen aus unterschiedlichen Disziplinen gehen den Ursachen von Rohstoffboom und Krise auf den Grund und beleuchten deren Auswirkungen am Beispiel von Ländern und Regionen. Sie analysieren die Strategien unterschiedlicher Akteure auf nationaler und internationaler Ebene und beschreiben Konflikte um Rohstoffe in lokalen Kontexten. 

Der Band gibt Einblick in historische, entwicklungstheoretische und entwicklungspolitische Zugänge zu Rohstoffpolitik und stellt die Frage nach möglichen Alternativen zu einer ressourcenintensiven Entwicklungsweise.

 

 

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Globale Konvergenzen & Divergenzen in der Bildungswelt
Gerald Faschingeder, Franz Kolland (Hg.)

Bildung und ungleiche Entwicklung. Globale Konvergenzen & Divergenzen in der Bildungswelt

Es war einmal eine Zeit, da galt Bildung als ein Mittel, den Menschen Selbstbestimmung, Befreiung von Herrschaft und die autonome Gestaltung des eigenen Lebens zu ermöglichen. Das mag wie im Märchen klingen - und vielleicht war die Idee der emanzipatorischen Bildung auch nur ein Märchen, die von der politischen und historischen Entwicklung sehr rasch eingeholt wurde, wo auch immer sie sich entfalten wollte.


Dieser Band entstand aus dem Bedürfnis der Herausgeber, der Frage nachzugehen, was aus der Idee der emanzipatorischen Bildung geworden ist. Die bildungspolitischen Diskussionen, ob auf nationaler, regionaler oder globaler Ebene, orientieren sich heute an ganz anderen normativen Vorgaben und sind vom Leitbild der Wettbewerbsfähigkeit dominiert. Hat dies zur Folge, dass die globale Entwicklung im Bildungsbereich zu einer allgemeinen Konvergenz führt? Welche Spielräume bestehen noch für Alternativen und eigenständige Bildungswege? Emanzipation müsste naturgemäß zu Divergenz führen, da sie der Vielfalt menschlicher Existenzweise mehr Platz lässt.


Dieses Buch möchte der Geschichtsvergessenheit der globalen Bildungsdebatte etwas entgegenhalten und damit einen Beitrag zur Politisierung dieses Diskursfeldes, auch in Wissenschaft und Lehre, leisten.

 

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Landgrabbing. Landnahmen in historischer und globaler Perspektive
Birgit Englert, Barbara Gärber (Hg.)

Landgrabbing. Landnahmen in historischer und globaler Perspektive

„Landgrabbing – Landnahme“ – der Definitionsrahmen wurde bewusst breit angelegt und bezieht sich auf Landnahmen in unterschiedlichen historischen, geographischen und politischen Kontexten, so etwa in Bezug auf koloniale Eroberung, vor dem Hintergrund totalitärer Regime und im Zuge von Landreformen. Auch die gegenwärtige Form von Landgrabbing durch private und staatliche Inverstoren nimmt eine zentrale Rolle ein und wird anhand von Beispielen aus afrikanischen Ländern diskutiert. Die Enteignung von Land im Namen des Naturschutzes, sogenanntes „Green Grabbing“, wird dabei ebenso behandelt wie Landgrabbing nach Katastrophen wie dem Tsunami in Südostasien. Landnahmen finden jedoch nicht ausschließlich auf nationaler Ebene statt, sondern auch in lokalen und familiären Kontexten. Besonders betroffen sind Frauen, deren Landrechte aufgrund herrschender Geschlechterverhältnisse in vielfacher Hinsicht unsicher sind. Darüber hinaus beleuchtet der Band die Auswirkung von Landnahmen auf die Folgegeneration und veranschaulicht anhand der philippinischen Landrechtsbewegung Formen des Widerstandes. „Landgrabbing“ wird sowohl in seiner aktuellen Ausprägung als auch in historischer Perspektive beleuchtet, Kontinuitäten in Bezug auf Landnahmen werden sichtbar gemacht.

 

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Neue Perspektiven
Ilker Ataç, Michael Fanizadeh, Alber Kraler, Wolfram Manzenreiter (Hg.)

Migration und Entwicklung. Neue Perspektiven

Das Schlagwort „Migration und Entwicklung“ ist im letzten Jahrzehnt in den Mittelpunkt global geführter Debatten zu Migrations- und Entwicklungspolitik gerückt. Die Diskussion selbst ist nicht neu, hat aber im neuen Jahrtausend eine neue Qualität erreicht: Sie ist Gegenstand institutionalisierter Dialogprozesse auf globaler und regionaler Ebene sowie Bestandteil staatlicher und supranationaler Programme, welche Aktivitäten im Bereich Migration und Entwicklung fördern.

 

Inhaltlich ist die Rolle von MigrantInnen für Entwicklungsprozesse in den Herkunftsländern in den Vordergrund gerückt – sei es durch Rücküberweisungen, im Rahmen von Entwicklungsinitiativen, von Diasporaorganisationen oder in der Form von Entwicklungsimpulsen, die durch die zeitweilige oder dauerhafte Rückkehr von MigrantInnen in ihre Herkunftsstaaten ausgehen können.

 

Allerdings lässt die Debatte viele Fragen offen: Inwieweit bietet ein Fokus auf Migration und Entwicklung Antworten auf tieferliegende Entwicklungsherausforderungen auf einer strukturellen Ebene? Was ist überhaupt die Rolle von „Entwicklung“ in der Debatte? Lässt sich eine auf Kontrolle ausgerichtete und eine von starken wirtschaftlichen Interessen geleitete Migrationspolitik mit dem Anspruch auf regionalen und sozialen Ausgleich und der Überwindung globaler Ungleichheit verbinden? Oder dient das Aufgreifen von Entwicklungsaspekten lediglich dazu, die „dunkle Seite“ der Migrationspolitik, die in technisch aufwendigen Grenzregimen besteht, zu kaschieren? Der Band will Antworten auf diese Fragenkomplexe liefern.

 

 

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Zur Instrumentalisierung eines Identitätskonzepts.
Hermann Mückler, Gerald Faschingeder (Hg.)

Tradition und Traditionalismen. Zur Instrumentalisierung eines Identitätskonzepts

Der Band greift Beispiele aus den Bereichen Europäische Ethnologie, Entwicklungsforschung, Kultur- und Sozialanthropologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte auf, um ein vielschichtiges Bild von Zugängen zu Tradition und Traditionalismus zu erhalten.

Die AutorInnen beschäftigen sich mit dem beobachtbaren Bedeutungszuwachs von Tradition in den unterschiedlichsten Gesellschaften. Mit dem „Wiedererwachen der Tradition“ meinen sie die Rückbesinnung auf sogenannte traditionelle Werte in entkolonisierten Gesellschaften außerhalb Europas, aber auch den ehemaligen sozialistischen Ländern Zentral- und Osteuropas. Desillusionierung und Unzufriedenheit mit nicht erfüllten Erwartungen im Rahmen von Unabhängigkeitsbestrebungen haben zu einem „Revival of Tradition“ geführt, das kritisch hinterfragt werden muss.

Tradition bezeichnet eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte, Traditionalismus hingegen die Instrumentalisierung bestimmter Praktiken und kultureller Manifestationen. Auch in den westlichen Gesellschaften zeichnet sich ein veränderter Umgang mit dem ab, was man als traditionell bezeichnen will und kann. Anhand von Beispielen aus Europa und Übersee werden grundlegende Zugänge, Konzepte und Kontextualisierungen analysiert.
Einen zentralen Aspekt stellt dabei die Instrumentalisierung von Tradition zum Zwecke des Machterhalts bzw. der Wiedererlangung von Macht und Herrschaft lokaler Eliten dar. Das Zurückdrängen mühsam erworbener Rechte – beispielsweise eine verfassungsmäßig garantierte Gleichstellung der Frau in vielen außereuropäischen Gesellschaften – ist ein Kennzeichen dieser Dynamik. Dass Traditionen – auch – „erfunden“ werden, ist ein Kernelement der Ethnizitäts- und Identitätsdiskussion in den Sozialwissenschaften, wo die konstituierenden Elemente des Phänomens ebenso wie die Begrifflichkeit von verschiedenen Seiten her einer theoriegeleiteten Analyse unterzogen werden.

 

 

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Karl Husa, Christof Parnreiter und Helmut Wohlschlägl (Hg.)

Weltbevölkerung. Zu viele, zu wenige, schlecht verteilt?

Wie schnell wächst die Weltbevölkerung? Wann wird das globale Bevölkerungswachstum zum Stillstand kommen? Wie viele Menschen werden dann auf der Erde leben und wie wird deren räumliche Verteilung aussehen? Sind das Wachstum und die Verteilung der Bevölkerung Faktoren, die Armut und Krisen hervorrufen? All das sind alt bekannte Fragen, die alle Experten und demographisch Interessierten durch die letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts begleitet haben. Dementsprechend belegten Themen wie die Eindämmung des angeblich viel zu raschen Bevölkerungswachstums und die zunehmende Ungleichverteilung der Bevölkerung zwischen Megastädten und den restlichen Landesteilen jahrzehntelang die Top-Positionen der bevölkerungspolitischen Agenden. Nachdem menschheitsgeschichtlich das Bevölkerungswachstum Jahrtausende lang nur sehr langsam vor sich ging, erschien es nur folgerichtig, dem neuen und vorher nie gekannten Phänomen einer dynamischen Bevölkerungszunahme und seinen möglichen Konsequenzen die entsprechende Beachtung zu schenken.

Allerdings begann sich schon gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Auseinanderentwicklung abzuzeichnen. In einem Großteil der entwickelten Staaten wurde ein anderes Problem virulent, nämlich die zunehmende Alterung der Gesellschaft bei gleichzeitig geringem (natürlichen) Bevölkerungszuwachs. Tatsächlich sinken in fast allen Staaten der Welt die Fertilitätsraten kontinuierlich, und das zum Teil mit zunehmender Geschwindigkeit.

Neuere Studien argumentieren, dass es sich sowohl beim Fertilitätsrückgang als auch bei der demographischen Alterung um global ablaufende Prozesse handelt, die – zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlicher Dynamik – alle Staaten der Welt erfassen werden oder bereits erfasst haben. Eine Reihe von Experten sieht aber in der Tatsache, dass in vielen Entwicklungsländern das Absinken der Kinderzahlen erst seit relativ kurzer Zeit stattfindet, keinen Nachteil, sondern längerfristig sogar einen „demographischen Bonus“. Allerdings hat dies auch seine Schattenseiten: eine Reihe von Entwicklungsländern wird in naher Zukunft zunehmend mit einer neuen Art von „demographischer Scherenentwicklung“ konfrontiert sein. Einerseits sollen für die noch eine gewisse Zeit wachsende Zahl von Jugendlichen Erwerbsmöglichkeiten geschaffen werden, während andererseits bereits jetzt die Weichen für eine künftig rasch alternde Gesellschaft gestellt werden müssen.

Ziel des Bandes „Weltbevölkerung“ ist es, die wichtigsten globalen Trends und ihre möglichen Folgen zu analysieren sowie bestehende bevölkerungstheoretische Konzepte auf ihre Brauchbarkeit hin zu prüfen.

 

 

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