Sonntag 25. Juni 2017
27. Juni 2017, 18:30 - Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Jäger und Sammler in der Industrialisierten Welt

Die Praktiken des Jagens und Sammelns prägen immer noch spezifische Formen gesellschaftlicher und kultureller Organisation, trotz einer global vorherrschenden, staatlich und ökonomisch angetriebenen Idee von Entwicklung und der Expansion extraktiver Industrien. In einem JEP-Schwerpunktheft wurden verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf die sich seit geraumer Zeit wandelnden sozialen und kulturellen Praktiken von Jäger- und Sammlergesellschaften versammelt, um einen Blick auf ihre konkreten Geschichten und ihre komplexe Gegenwart zu werfen. Globale bzw. nationale Strukturen der Kolonisierung, Industrialisierung und staatlichen Herrschaft verknüpfen sich in vielfacher, oft widersprüchlicher und konfliktreicher Form mit lokalen Gemeinschaften. Die damit verbundenen Fragen und  Problematiken wollen wir in einer Panel-Runde anlässlich des Erscheinens des Schwerpunkthefts gemeinsam diskutieren und laden herzlich zur Teilnahme in  gemütlichem Rahmen ein.

 

Dienstags, 16:45-18:15 - HS 42, Hauptgebäude Uni Wien

Rohstoffe und Entwicklung. Aktuelle Auseinandersetzungen im historischen Kontext (Öffentliche Ringvorlesung)

Rohstoffe sind knapp und umkämpft. Ihre Verfügbarkeit prägt Entwicklungsprozesse und Lebensweisen in Nord und Süd. Ihr Preis ist heftigen Schwankungen unterworfen. In den letzten Jahren erlebten wir einen ausgeprägten Boom vieler Rohstoffe auf den eine tiefe Krise folgte. Die Ringvorlesung am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien hat zum Ziel, den aktuellen Stand der Forschung zum Thema differenziert abzubilden und mittels einer interdisziplinären Vortragsreihe die unterschiedlichen Dimensionen der Rohstofforientierung zu diskutieren. 
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Zugang, Ausbeutung und Verteilung natürlicher Ressourcen sowie die Einbettung dieser Prozesse in regionale und globale Dynamiken..

Freitags, 13:15-14:45 - HS A, Campus Uni Wien

Sozialismen. 100 Jahre Oktoberrevolution und deren Rezeption in Nord und Süd (Öffentliche Ringvorlesung)

2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Ihre Ursachen und Folgen werden zwar höchst unterschiedlich beurteilt, es besteht jedoch breiter Konsens darüber, dass es sich um eines der zentralen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts gehandelt hat.
Die Ringvorlesung am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien und dem Institut für Geschichte der Universität Wien reflektiert Entwicklungsmodelle, die Gesellschaftsveränderung mit sozialistischen Ansprüchen umzusetzen versuch(t)en. Es wird analysiert, unter welchen Bedingungen diese Ansätze abseits kapitalistischer Marktlogik entstanden, wie ökonomische, politische und soziale Entwicklungen vorangetrieben wurden und inwieweit emanzipatorische Ansprüche eingelöst werden konnten. Ein besonderes Augenmerk der Ringvorlesung liegt auf Ansätzen sozialistischer Entwicklung im Globalen Süden. Fallbeispiele aus Afrika, Asien und Lateinamerika zeigen die Diversität der unterschiedlichen Ausprägungen sozialistischer Versuche und ihre jeweiligen Referenzen zur Oktoberrevolution auf. Ansätze, die in den aktuellen Debatten kaum noch präsent sind - etwa die Unidad Popular (UP) in Chile, oder der Ujamaa Sozialismus in Tanzania - werden ebenso diskutiert, wie die Entwicklungsstrategien mit sozialistischem Anspruch im Lateinamerika des 21. Jahrhunderts.

 

17. bis 19. November 2017 - Universität Graz

7. Österreichische Entwicklungstagung: Sozialökologische Transformationen jetzt!

Die Welt verändert sich – ökologisch, ökonomisch, politisch, kulturell und sozial. Transformationen bedrohen, können aber auch als Chance zur produktiven Gestaltung sozial-ökologischer Verhältnisse gesehen werden.

Der Krisendiskurs tritt heute im Plural auf und wird zur umfassenden Deutung der aktuellen Zeit. Neben der Klimakrise und Wirtschaftskrise sind wir mit Demokratiekrise und einer Krise der Arbeitswelt konfrontiert. Doch das Wirtschaftssystem läuft weiter - die Rede von der Krise ist der kapitalistischen Produktionsweise ohnehin eingeschrieben und dient auch der Legitimation bestimmter politischer Praktiken. Von einem großen, produktiv gestalteten Systemwandel ist bislang wenig zu erkennen.

Als Ausweg aus der Klimakrise ist der Umstieg vom kohlestoffbasierten zu einem solaren Energiesystem bereits vielfach beschrieben worden. Kann eine solche Umstellung auf nachhaltige Produktions- und Konsumweisen aber auch sozial gerecht erfolgen oder wird sie bestehende Verwerfungen noch verstärken? Schafft ein kohlenstoffarmer, ökologisch nachhaltiger und klimafreundlicher Weg auch genügend sinnstiftende und menschenwürdige Arbeit für ein gutes Leben für alle? Was bedeutet dies für Gender-Verhältnisse? Wie kann eine solche neue große Transformation gelingen?

Nach Abschluss der Verhandlungen rund um die SDGs ("Agenda 2030") und die Klimaziele gilt es, in die Zukunft zu blicken und zu diskutieren, ob und wie die neuen globalen Entwicklungsziele Realität werden können und wie mit den konzeptionellen Lücken, die solche globale Vereinbarungen immer aufweisen, umgegangen werden kann.

 

 

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