Sonntag 21. Januar 2018
Entwicklungspolitik und Sicherheitsinteressen. Kohärenz oder Konkurrenz?
Volume XXIII • Issue 4 • 2007
Entwicklungspolitik und Sicherheitsinteressen. Kohärenz oder Konkurrenz?

Die zunehmende Globalisierung und die damit einhergehenden internationalen Vernetzungen bedeuten auch im Bereich Sicherheit eine politische Herausforderung. Der transnationale Terrorismus, der seit dem elften September 2001 im Zentrum weltweiter Sicherheitsdiskussionen steht, ist nur eine Form dieser neuen Relevanz von Sicherheitsfragen.
In der Beziehung zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungs- bzw. Schwellenländern
spielen Belange der Sicherheit eine zunehmend wichtige Rolle und beeinflussen insbesondere
die Entwicklungspolitik. Diese Ausgabe des JEP geht daher folgenden Fragestellungen nach: Was
bedeutet Sicherheit und wessen Sicherheit ist gemeint? Welche Formen von Sicherheit braucht
Entwicklung? Welche Gefahren der Vereinnahmung der Entwicklungspolitik durch Sicherheitsinteressen gibt es? Welche Rolle spielen Machtinteressen im Sicherheitsdiskurs? Welche Spuren hinterlassen die europäischen Sicherheitsinteressen in der europäischen Entwicklungspolitik?

 

Schwerpunktredaktion: Clemens Six

Print ISSN: 0258-2384│Online ISSN: 2414-3197

 

 

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Inhalt dieser Ausgabe
Six, Clemens

Die Entwicklung von Sicherheit: Eine Einleitung

Sprache: DEUTSCHSeiten: 4-16https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-23-4-4
  • Abstract

Einleitung

Pospisil, Jan

Entwicklung und Sicherheit: Historische, theoretische und politische Bedingungen der Integration zweier Schlüsselkonzepte der globalen Machtbeziehungen

Sprache: DEUTSCHSeiten: 17-37https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-23-4-17
  • Abstract

Die Integration von Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, die sich seit eineinhalb Jahrzehnten zunehmend klarer abzeichnet, vollzieht sich unter spezifischen Bedingungen auf historischer, theoretischer und politischer Ebene. Für die Sicherheitspolitik ist nach Ende des Kalten Krieges und dem damit einhergehenden Verlust der Projektion einer eindimensionalen, symmetrischen Konfliktlage die Neukonzeptionalisierung von bewaffnetem Konflikt in post-politischen Konflikttheorien Voraussetzung dieses Prozesses. Auf entwicklungspolitischer Ebene ermöglicht eine Weiterentwicklung des Nachhaltigkeits-Konzeptes hin zum Umgang mit bedrohlichen Situationen an der Peripherie diese Integration. Human Security und State Building entwickeln sich in diesem Kontext zu tendenziell konkurrierenden Interventionskonzepten, die auf verschiedene Zielsetzungen und unterschiedliche Dimensionen der Intervention abzielen. Der vorliegende Beitrag beleuchtet diese Differenzen vor dem Hintergrund der theoretischen Entstehungsbedingungen beider Konzepte.

Brock, Lothar

Die Transformation der Nord-Süd-Beziehungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts: Sicherheitsdiskurse als Empowerment

Sprache: DEUTSCHSeiten: 38-58https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-23-4-38
  • Abstract

Das Ende der militärischen Konfrontation zwischen Ost und West ging paradoxerweise nicht mit einer Einschränkung, sondern mit der Ausweitung von Sicherheitsdiskursen in Politik und Gesellschaft einher. Dies geschah unter dem Schlagwort der „erweiterten Sicherheit“. Neben der Umwelt- ist auch die Entwicklungsproblematik rasch Gegenstand der neuen Sicherheitsdiskurse geworden. Deren Wirkung ist ambivalent. Grundsätzlich können sie sowohl revisionistische als auch Status-quo-Interessen begünstigen. Die Versicherheitlichung der Entwicklungsproblematik spiegelt diese Ambivalenz. Sie hat einerseits zu einer politischen Aufwertung materieller Fragen der Entwicklungspolitik geführt, liefert andererseits aber auch Begründungen für die Ausweitung einseitiger militärischer Eingreifkapazitäten hegemonialer Staaten. Insofern schafft die Versicherheitlichung der Entwicklungsproblematik im Kontext der Terrorbekämpfung neue Unsicherheiten.

Six, Clemens

Sicherheit und Entwicklung als Normative der EU-Außenpolitik: Hegemonie durch Konsens und Zwang

Sprache: DEUTSCHSeiten: 59-79https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-23-4-59
  • Abstract

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den wachsenden Überschneidungen zwischen Entwicklungspolitik und Sicherheitsinteressen der Europäischen Union. Den größeren Kontext dieser Entwicklung bildet die Rolle der EU in den internationalen Beziehungen und ihren Versuchen, insbesondere in den Beziehungen zu den Entwicklungsländern eine globale Hegemonie durch Zwang und Konsens herzustellen, um auf diese Weise ihr wirtschaftliches Gewicht in politische Kontrolle zu übersetzen. Die jüngsten Schritte der EU, eine gesamteuropäische Entwicklungspolitik sowie eine Europäische Sicherheitspolitik zu formulieren, spiegeln diese wachsende Interdependenz wider. Abschließend eröffnet ein genauerer Blick auf den militärischen Interventionismus der EU, dass humanitäre Anliegen eng mit militärischen, strategischen und wirtschaftlichen Interessen verknüpft sind.

Debiel, Tobias; Lambach, Daniel

From "Aid Conditionality" to "Engaging Differently": How Development Policy Tries to Cope with Fragile States

Sprache: ENGLISHSeiten: 80-99https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-23-4-80
  • Abstract

The article outlines recent changes in the development policy approach towards fragile states. Central to this new approach is a greater sensitivity towards the conditions in the partner country and a greater focus on change agents and turnaround situations. This approach has revitalised the concept of state-building. The article claims that the current understanding of the term is too narrow and offers an outline of the concept of ‘embedded state-building’ which recognises the societal context of political reform. This approach offers the greatest possibility of success in ‘difficult environments’.

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