Freitag 19. Oktober 2018
Konflikttransformation und Friedensprozesse
Volume XXII • Issue 3 • 2006
Konflikttransformation und Friedensprozesse

Das vorliegende Heft geht auf bisherige internationale Forschungen ein, die zeigen, dass Bemühungen um Kriegsbeendigung und Friedensentwicklung mehr anstreben müssen als den bloßen Zustand von „Nicht-Krieg“. Es bedarf von Anfang an einer „nachhaltigen“ Konflikttransformation, demokratischer Partizipation und sozialen Ausgleichs sowie einer konkreten (sinnlichen) Friedenserfahrung aller Beteiligten. Nur so sind eine über den Waffenstillstand hinaus reichende Bewältigung von Kriegsfolgen sowie eine konstruktive Gestaltung von Nachkriegszeiten und die Konsolidierung von Friedensprozessen möglich.
Das Erkenntnisinteresse der hier vorgelegten Beiträge geht in besonderem Maße auf interkulturelle, sozialanthropologische und politisch-psychologische Dimensionen ein.

 

Schwerpunktredaktion: Wilfried Graf, Gudrun Kramer

Print ISSN: 0258-2384│Online ISSN: 2414-3197

 

 

 

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Inhalt dieser Ausgabe
Paffenholz, Thania

Peacebuilding: A Task for Development Cooperation

Sprache: ENGLISHSeiten: 6-34https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-22-3-6
  • Abstract

The objective of this article is to give an overview of the contribution development actors can give in support of peacebuilding. The involvement of the development community into the peacebuilding discourse started mainly in the aftermath of the Rwandan crisis of 1994. The article looks at the different contributions of development to peacebuilding on the macro political and development sector level as well as on the operational level where traditional development programmes and projects can contribute to peace through the way they are working and through the support for new types of programmes and projects that are directly related to the objective peacebuilding

Bendana, Alejandro

Peacebuilding and Neoliberalism: Will Foreign Dictated State-Building Prevail?

Sprache: ENGLISHSeiten: 35-54https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-22-3-35
  • Abstract

The key message of this article is that peacebuilding requires a functioning State committed to justice, or at least the full implementation of a peace agreement, addressing also the structural root causes of conflict. The author argues that often the international economic order undermines this possibility. With the so-called humanitarian interventions in the second half of the 1990’s the concept of peacebuilding substituted peace-enforcement from above. This development led the foundation to extend the neoliberal economic doctrine worldwide under the cover of a war against terrorism.

Graf, Wilfried; Kramer, Gudrun; Nicolescou, Augustin

Conflict Transformation through Dialogue: From Lederach?s Rediscovery of the Freire Method to Galtung?s ?Transcend? Approach

Sprache: ENGLISHSeiten: 55-83https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-22-3-55
  • Abstract

The first part of this article offers a critical evaluation of the field’s development and the deficits which can be observed, referring in particular to the research of John Paul Lederach and his rediscovery of Paulo Freire’s work for a critical approach of conflict transformation based on dialogue. The second part gives an overview of Johan Galtung’s ‘Transcend’ approach. Focused also on dialogue, it aims to overcome the mentioned deficits in conflict transformation and peacebuilding on the basis of a comprehensive philosophy, theory and praxeology.

Lenhart, Lioba

Der Krieg im Norden Ugandas: Konfliktdimensionen und Friedenspotenziale

Sprache: DEUTSCHSeiten: 84-113https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-22-3-84
  • Abstract

In Nord-Uganda herrscht seit nunmehr 20 Jahren Bürgerkrieg. Die gewaltsame Konfliktaustragung zwischen der Lord’s Resistance Army (LRA) und der ugandischen Regierung und Armee hat 1,6 Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen gemacht und ist von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet. In diesem Beitrag wird den Fragen nachgegangen, warum dieser Konflikt bisher nicht gelöst wurde und welche Faktoren zur Friedensentwicklung beitragen können. Der Beschreibung der gegenwärtigen Konfliktdynamik sowie der Betrachtung der Beziehungen zwischen den Konflikt- und Friedensakteuren und ihrer Positionen, Interessen und Bedürfnisse folgt die Erörterung der strukturellen Bedingungen und kulturellen Muster, die dem Konflikt zugrunde liegen und seine Lösung erschweren. Anschließend werden die Friedenspotenziale fokussiert und die Vision einer idealen Situation skizziert, die eintreten könnte, wenn wesentliche Konfliktursachen erfolgreich bearbeitet worden sind. Der Vergleich der Realität mit dem als ideal antizipierten Zustand macht die Defizite sowie die Erfordernisse für eine erfolgreiche Konfliktbearbeitung und den Friedensaufbau deutlich.

Meyer, Reiner

Der Israelisch-Palästinensische Konflikt: Die verpasste Chance zur Versöhnung durch den Oslo-Friedensprozess

Sprache: DEUTSCHSeiten: 114-128https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-22-3-114
  • Abstract

Der Themenkomplex Versöhnung oder reconciliation ist erst in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Konfliktmanagement- und Post-Konflikt-Friedensaufbau-Theorie geworden. Wie die Bearbeitung von Trauma und Versöhnung zielgerecht umgesetzt werden kann, ist bis dato nicht geklärt. Ebenso existieren unterschiedliche Definitionen des Begriffs reconciliation, was die praktische Umsetzung zusätzlich erschwert. Allerdings ist man sich bewusst, dass reconciliation ein wichtiger und notwendiger Bestandteil in der Transformation von einem Konflikt hin zu einem stabilen Frieden ist. Daher bedarf es momentan der Diskussion was darunter zu verstehen sei und wie „Versöhnung“ Eingang in die praktische Konfliktarbeit und in langfristige EZA-Projekte findet.

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