Sonntag 21. Januar 2018
Gewerkschaftsarbeit in Nord und Süd
Volume XXXI • Issue 2 • 2015
Gewerkschaftsarbeit in Nord und Süd

Dieses Heft soll Österreichs Gewerkschaften und sozialwissenschaftliche Forschung in einen Dialog über gewerkschaftliche Arbeit bringen. Zu diesem Zweck wurden in den Beiträgen sowohl Innen- als auch Außensichten auf die internationale Gewerkschaftsarbeit versammelt. Die AutorInnen gehen der Frage nach, wie Gewerkschaften in verschiedenen Ländern des globalen Nordens und Südens auf Globalisierungsherausforderungen wie Standort- und Steuerwettbewerb, Lohndruck und Migration reagieren. Fallstudien aus Spanien, Südafrika, China, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Venezuela und Österreich verdeutlichen die strukturellen Unterschiede in den Arbeitsbeziehungen und Organisationsstrukturen. Dennoch steht nicht der systematische Vergleich im Zentrum dieser Ausgabe, sondern ein erster Einblick in die Bandbreite der Möglichkeiten internationaler Gewerkschaftsarbeit - ohne dabei allgemeingültige Verhandlungstaktiken oder Handlungsstrategien formulieren zu wollen.

 

Video: Heftvorstellung (Julia Eder)

 

Schwerpunktredaktion: Julia Eder

Print ISSN: 0258-2384│Online ISSN: 2414-3197

 

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Inhalt dieser Ausgabe
Eder, Julia

Gewerkschaftsarbeit in Nord und Süd in Zeiten deregulierter Globalisierung

Sprache: DEUTSCHSeiten: 4-10https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-4
  • Abstract

Einleitung

 

Hofmann, Julia

Gewerkschaftsarbeit im Süden Europas: Spanische Gewerkschaften sowie Arbeitsbeziehungen vor und nach der Krise

Sprache: DEUTSCHSeiten: 11-30https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-11
  • Abstract

Der Artikel beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Gewerkschaftsarbeit in Spanien; einem Land, das derzeit mit weitreichenden Eingri?en in Arbeits- und Gewerkschaftsrechte konfrontiert ist. Unter Rückgri? auf den Strategic Unionism-Ansatz wird argumentiert, dass die beiden großen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT lange Zeit vor allem auf institutionelle und strukturelle Machtressourcen zurückgegri?en haben, während bei der Einsetzung von Organisations- und Bündnismacht Nachholbedarf besteht. Die fehlende Nutzung dieser beiden Machtressourcen sowie das ständige Schwanken der Gewerkschaften zwischen der Strategie des sozialen Dialogs auf der einen Seite und der Strategie der Opposition auf der anderen Seite werden, neben den widrigen ökonomischen und politischen Verhältnissen im Land, als (Mit-) Ursachen für die derzeitige Schwäche der spanischen Gewerkschaften angesehen.

Pillay, Devan

Zwischen Fragmentierung und Wiederbelebung: COSATU, NUMSA und die Politik für die Arbeiterklasse in Südafrika

Sprache: DEUTSCHSeiten: 31-52https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-31
  • Abstract

Der Südafrikanische Gewerkschaftsbund COSATU (Congress of South African Trade Unions) hat seit seiner Beteiligung in der DreiParteien-Allianz mit dem Afrikanischen Nationalkongress ANC (African National Congress) und der Südafrikanischen Kommunistischen Partei SACP (SA Communist Party) im Jahr 1990 dafür gekämpft, die Interessen der breiteren Arbeiterklasse zu verfechten. Mit einer immer schlimmer werdenden sozialen Krise im Land steht er nun vor einer kollektiven Herausforderung im Inneren. Seine größte Mitgliedsgewerkschaft, die Nationale Metallarbeitergewerkschaft von Südafrika NUMSA (National Union of Metalworkers of SA), entschied im Dezember 2013, aus der Drei-Parteien-Allianz auszuscheiden. Dies führte dazu, dass die NUMSA genauso wie COSATUs bekannter Generalsekretär Zwelinzima Vavi aus dem Gewerkschaftsbund COSATU ausgeschlossen wurde. NUMSA initiierte die Bildung einer Einheitsfront (United Front, UF) sozialer Bewegungen, um die Kämpfe der Arbeiterklasse zu koordinieren, und zog die Gründung einer Partei der Arbeiterklasse in Erwägung. Dieser Artikel skizziert die Fragmentierung der Gewerkschaftsbewegung in Südafrika und erörtert, dass eine wiederbelebte Politik für die Arbeiterklasse, unabhängig von ANC und SACP, im Entstehen begri?en ist und sich zugleich mit ernsthaften Herausforderungen konfrontiert sieht.

Pringle, Tim; Fuchs, Daniel

Chinas ArbeiterInnen schlagen zurück: Migrantische Kämpfe und Perspektiven gewerkschaftlicher Reform

Sprache: DEUTSCHSeiten: 53-78https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-53
  • Abstract

Vor dem Hintergrund der wachsenden Militanz chinesischer ArbeiterInnen untersucht der vorliegende Artikel, wie der unter Parteiführung stehende All-Chinesische Gewerkschaftsbund (ACGB) auf die entstehende ArbeiterInnenbewegung reagiert hat und welche Potenziale für eine verbesserte Interessenvertretung chinesischer (Wander-)ArbeiterInnen existieren. Hierfür zeigen wir zum einen, dass sich der Charakter von Arbeitskämpfen im Verlauf der vergangenen zehn Jahre verändert hat und dieses Handeln (migrantischer) ArbeiterInnen die treibende Kraft für die Transformation der Arbeitsverhältnisse ist. Zum anderen wird anhand der Analyse dreier zentraler Reformbereiche demonstriert, dass der ACGB zu Reformen fähig ist, die nicht auf Vorgaben des Parteistaats reduzierbar sind und wenn sie mit Arbeitskämpfen verbunden sind zu einer Erhöhung der Organisationsmacht von ArbeiterInnen in China führen können.

Azzellini, Dario

Besetzen, Widerstand leisten, produzieren – Betriebsbesetzungen in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Venezuela

Sprache: DEUTSCHSeiten: 79-105https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-79
  • Abstract

Der Beitrag betrachtet die Besetzung von Betrieben und die Übernahme der Produktion durch die Beschäftigten in Argentinien, Brasilien, Uruguay und, in geringerem Maße, Venezuela. Dabei werden die Rückeroberten Betrieben unter Arbeiterkontrolle (RBA) als mögliche Wiederbelebung von Arbeitskämpfen analysiert und sowohl Di?erenzen zu den dominanten gewerkschaftlichen Herangehensweisen und Praktiken als auch die Unterschiede zu herkömmlichen Genossenschaften herausgearbeitet. Um das mögliche transformatorische Potenzial der RBA und ihre Entwicklung in der aktuellen Krise zu untersuchen, wird auch auf das Verhältnis der RBA zu anderen popularen Bewegungen sowie auf die regulierenden Initiativen der Regierungen und ihre Auswirkungen eingegangen.

Strohmeier, Marcus

Der ÖGB als aktiver Akteur in der Entwicklungszusammenarbeit Vom internationalen Selbstverständnis (Essay)

Sprache: DEUTSCHSeiten: 106-113https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-106
  • Abstract

Essay

Wall-Strasser, Sepp

20 Jahre weltumspannend arbeiten Internationale Gewerkschaftsarbeit ist entwicklungspolitische Arbeit (Essay)

Sprache: DEUTSCHSeiten: 114-129https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-31-2-114
  • Abstract

Essay

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